prosper und proGesund ein Service der Knappschaft - JULI 10: prosper trifft … Dr. Jürgen Ranft.

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prosper trifft ... Dr. Jürgen Ranft

Gefäßerkrankungen im Gespräch – Jeder Schritt zählt  

Warum darf man Durchblutungsstörungen nicht auf die leichte Schulter nehmen und was ist beim Verdacht auf Thrombose unbedingt zu beachten? Dies waren Fragen, die Dr. Jürgen Ranft, Chefarzt der Klinik für Angiologie* am Knappschaftskrankenhaus Bottrop, im Rahmen der zweiten Expertenveranstaltung „prosper trifft …“ am 29. Mai am prosper-Infostand im Knappschaftskrankenhaus Bottrop interessierten prosper-Versicherten beantwortete.  

„Es ist gar nicht so lange her, da dachte man, Gefäßkrankheiten treten nur bei älteren Menschen auf. Inzwischen beweist uns der Alltag, dass viele Menschen, die Probleme mit ihren Gefäßen bekommen, alles andere als älter sind“, erklärt Dr. Ranft. Und im Gespräch mit zwei seiner Patienten, beide erst in den Mittleren Jahren, wurde dies mehr als deutlich. „So erhielten die Zuhörer nicht nur rein medizinische Fakten über arterielle Durchblutungsstörungen und verstopfte Venen (Thrombose), sondern erfuhren auch von den Erfahrungen Betroffener“, stellt Ingeborg Bülow, Gesundheits- und Versorgungsmanagement der Knappschaft, zufrieden fest.

Arterielle Durchblutungsstörungen - Was im ersten Moment harmlos klingt, ist alles anderes als eine Bagatelle. „Vor allem, weil diese Erkrankung so heimtückisch verläuft“, erklärt Dr. Ranft. „Oft entwickelt sie sich über viele Jahre hinweg - und zwar schleichend und unbemerkt.“ So auch bei Renate S., mittlerweile langjährige Patientin in der Angiologie des Knappschaftskrankenhauses Bottrop. Nachdem sie lange wegen Rückenschmerzen in orthopädischer Behandlung war, stellte Dr. Ranft fest, dass auch diese Beschwerden durch arteriellen Durchblutungsstörungen verursacht wurden. Dabei entstehen zunehmende Ablagerungen in den Arterien. Die Folge: Durch die Adern kann immer weniger Blut fließen, was erhebliche Probleme verursacht. „Als mir die Diagnose gestellt wurde, war ich grade mal 43 Jahre alt“, erzählt die prosper-Versicherte. „Die Beschwerden wurden mit der Zeit immer schlimmer - nach und nach konnte ich kaum mehr ein paar Schritte ohne Schmerzen in den Beinen gehen und auch im Ruhezustand tat es schließlich weh. Dank der richtigen Therapie geht es mir heute aber gut, ich kann sogar wieder stundenlang spazieren gehen“. Zur regelmäßigen Kontrolle muss Renate S. trotzdem, denn bei artieriellen Durchblutungsstörungen handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die dauerhaft behandelt werden muss. „Unser Ziel ist es, diese Patienten trotz Krankheit gut über die Jahrzehnte zu bringen und das möglichst mit ihren Beinen“, so Dr. Ranft. Denn im schlimmsten Fall kann der Krankheitsverlauf sogar eine Amputation notwendig machen.

Thrombose - „Das gesundheitliche Risiko ist bei einer Thrombose sehr hoch und die möglichen Komplikationen sind fatal. Deshalb muss ein Patient beim bloßen Verdacht ohne Umweg ins Krankenhaus“, erklärt Dr. Ranft. „Auch wenn sich der Verdacht in 90 Prozent der Fälle glücklicherweise nicht bestätigt und der Patient zurück nach Hause darf, ist diese Vorsichtsmaßnahme unausweichlich“. Thrombosen entstehen am häufigsten in den Venen der unteren Körperhälfte. Es bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) und verengt oder verstopft so das Gefäß. Dr. Ranft: „Neben andren Ursachen kann bereits eine relativ kurze Zeit der Immobilität – zum Beispiel bedingt durch krankheitsbedingte Bettlägerigkeit – ausreichen, um eine Thrombose zu verursachen“. Regelmäßige Bewegung ist also überaus wichtig. Und das nicht nur zur Vorbeugung einer Gefäßerkrankung. Auch die Therapie mit einem Kompressionsstrumpf hat zum Beispiel nur dann einen Effekt, wenn die Beine bewegt werden. In diesem Sinn: Jeder Schritt zählt.    

* Die Angiologie ist als Teilbereich der Inneren Medizin ein relativ junges Gebiet, welches sich mit Gefäßerkrankungen beschäftigt. „Das Knappschaftskrankenhaus Bottrop war deutschlandweit eines der ersten Häuser, welches für diesen Bereich eine eigene Fachabteilung eingerichtet hat. Und bis heute gibt es nur rund 20 weitere Kliniken, die so gut aufgestellt sind wie wir“, berichtet Dr. Ranft nicht ohne Stolz. Und er muss es wissen - seit 15 Jahren ist er auf diesem Gebiet im Knappschaftskrankenhaus Bottrop tätig.  

 

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